Schulentwicklung – “Besuch bei Freunden”  

‚Blick über den Zaun' ist ein Verbund reformpädagogisch orientierter Schulen, der seit 1989 besteht, um Schulentwicklung „von unten" zu betreiben. Ziel des Verbunds ist es, durch regelmäßige wechselseitige Besuche („peer reviews"), durch Tagungen und die Aufnahme weiterer Schulen dazu beizutragen, dass Schulen im direkten Erfahrungsaustausch voneinander lernen: einander anregen, ermutigen und unterstützen.

Die Freie Schule Lindau ist seit 2013 Mitglied in diesem Schulverbund und war vor den Osterferien 3 Tage Gastgeber für die Mitgliedsschulen des 16. Arbeitskreises, zu dem derzeit 6 Schulen aus 5 Bundesländern zählen.

Grundlage der gemeinsamen Arbeit sind das Leitbild sowie Standards, die auf 4 Grundüberzeugungen in den Bereichen

  1. Den Einzelnen gerecht werden – individuelle Förderung und Herausforderung
  2. „Das andere Lernen“ – erziehender Unterricht, Wissensvermittlung, Bildung
  3. Schule als Gemeinschaft – Demokratie lernen und leben
  4. Schule als lernende Institution – Reformen „von innen” und „von unten“

aufbauen. (www.blickueberdenzaun.de)

 Neben Unterrichtshospitationen der Gäste und informellen Begegnungen und Gesprächen standen auch “Interviews” mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und dem Pädagogischen Team in unterschiedlichen Runden auf dem Programm.

Hierzu wurden im Vorfeld von Eltern, Schülern und dem Pädagogischen Team Fragen entwickelt und gesammelt, an denen sie die Qualität der Schule reflektieren und weiterentwickeln wollten. Durch gezielte Beobachtungen in den Lern-und Pausen-Zeiten sowie durch Interviews mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und Pädagogen entwickelten die Mitglieder des Arbeitskreises Rückmeldungen zu Fragen wie:

Wo erleben wir als Eltern und Lernbegleiter, dass Kinder/Jugendliche selbstmotiviert und selbstorganisiert arbeiten? Wo erlebe ich als Schülerin und Schüler, wo ich das kann? Woran erkennen Eltern die Lernentwicklung ihrer Kinder? Und Schüler ihre eigene? …

oder: Wenn gelebte Vielfalt Auftrag und Ziel der Schule ist, wo definieren und finden wir dann Gemeinsames, Verbindendes, den „roten Faden“?

In einer großen Rückmelderunde, zu der die gesamte Schulgemeinschaft eingeladen war, gaben die Vertreter des Arbeitskreises ein Feedback zu ihren Beobachtungen und boten mit ihren Antworten auf die gestellten Fragen sowohl Rückmeldung als auch wichtige Impulse für den nächsten schulentwicklungstag an. Dieser wird am Samstag, den 13. Mai in der Freien Schule stattfinden.

Ein gemeinsamer Theaterbesuch im Kiesel in Friedrichshafen, wo die Theatergruppe der Schule mit ihrer neuesten Produktion “Was steckt dahinter” auftrat, rundete den Besuch ab.

Dass dieser nicht nur für die Aktiven der Schule ein großer Gewinn war, zeigen folgende Stimmen aus der Elternschaft:

  • Schön, dass andere Schulen sich die Zeit nehmen, in den Dialog zu treten.
  • Ich bekam interessante Einblicke und Denkanstöße.
  • Für mich war es interessant, mit Schulen aus anderen Bundesländern, aus Berlin,

Nordrhein-Westfahlen Schleswig Holstein und Niedersachsen in Kontakt zu kommen.

  • Uns Eltern nötigte es Respekt ab, dass die anderen Schulen alle staatliche Schulenwaren, von denen einige auch die Noten abgeschafft haben.
  • Was mir an Eindrücken bleiben wird ist, dass es schön ist zu sehen, dass auchandere Schulen flexibel bleiben und über den eigenen Tellerrand hinaussehen.
  • Es ist wichtig, sich immer wieder, egal in welchem Bereich, mit anderen Menschenauszutauschen.
  • Ich durfte beim Feedback zuhören. Es macht einen als Eltern schon stolz, wenn diefür das Kind gewählte Schule von Außenstehenden so wertgeschätzt wird.