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Musikimprovisationswerkstatt FSL

Buntes Leben ...

Wir bauen und gestalten Musik. Unser Baumaterial besteht aus:
Rhythmus, Klang, Melodie, Dynamik, Form
Wir experimentieren und entdecken Un-vorher-gesehenes-gehörtes.
Improvisation – Musik, die aus dem Moment heraus entsteht.

Viel Spass beim Hören der so entstandenen Werkstücke wünschen Euch
alle Schüler der Freien Schule Lindau und Hannah Witzmann
www.rondo-institut.de - hw@rondo-institut



Musikalische Gruppenimprovisation

Die musikalische Gruppenimprovisation ist ein gemeinsam geschaffenes Kunstwerk, das aus dem Augenblick heraus entsteht. Im-pro-videre im Sinne von „un-vorher- gesehenes –geschieht“.

Es setzt sich aus den Tönen und Klängen jedes einzelnen Spielers zusammen.

Es gibt kein Richtig und kein Falsch und so kann Spielfreude ohne Leistungsdruck aufkommen. Dabei sind Fantasie und Darstellungskraft jedes Spielers gefragt.

Je nach Thema verändert sich der Ausdruck der Musikimprovisation.

Manchmal steht Rhythmus, manchmal Klang oder Melodie im Vordergrund.

Z.B. können wir durch eine Rhythmusimprovisation die Verhaltensstrukturen einer Gruppe erfahren oder die Verbundenheit untereinander spüren. In Klangimprovisationen spiegeln sich unsere Gefühls- und Stimmungszustände...

Die Improvisation schafft Raum für eigene, kreative und grenzüberschreitende Wachstums- und Entfaltungsmöglichkeiten.

 

Wesentliche Ziele sind:

1.Wahrnehmung

Wir lernen unterschiedliche Möglichkeiten, uns auf die Musik - und somit auf die Gruppe – einzulassen.

Martin Buber unterscheidet drei Arten der Wahrnehmung, die sich auf die Rezeption von Musik übertragen lassen.

a)    Der Beobachter – Der Hörende

Er analysiert die Musik nach verschiedenen Kriterien..

Welche Instrumente spielen mit?

Was ist das Hauptthema? Wie ist der Verlauf der Melodie oder die Dynamik? usw.

            Er erlebt die Musik von aussen.

    

b)    Der Betrachter – Der Lauschende

Er erwartet unbefangen, was sich ihm darbieten wird. Er lässt die Musik in völliger Entspannung als Ganzes an sich vorüberziehen, ohne sich mit ihr zu identifizeiren.

„Das Interessante“, sagt Buber, „ist nicht wichtig“.

            

c)    Innewerden – Einswerden

Er ist völlig eins mit der Musik, ein Zustand der sich der Sprache entzieht.

 

2. Kontakt

Die Fähigkeit, mich und die Gruppe wahrzunehmen, ist Voraussetzung zur Kontaktfähigkeit.

Kontakt ist kreativer Beziehungsprozess. Er gestaltet sich durch Offenheit oder Rückzug, durch Nähe oder Distanz.

Kontakt ist nie gleichbleibend. Er ist immer in Bewegung und Entwicklung, ein sich ständig verändernder Prozess.

 

3. Die Gefühle

Durch die Wahrnehmungs- und Kontaktfähigkeit finden wir Zugang zu den Gefühlen, den eigenen und den Gefühlen der anderen.

Die Musik macht unsere Gefühle hörbar.

Eine vibrierende Stimme verrät unsere Aufregung.

Oder was sagt uns ein donnernder Paukenschlag? Wie klingt eine zögerliche Meinung oder Un-stimmigkeit zwischen den Teilnehmern?

Wir finden eine Fülle von Gefühlsnuancen, die sich in vier Bereiche von Grundgefühlen einordnen lassen. Dabei sind die Übergänge fließend vom Schmerz zur Wut, zur Lust, zur Angst.

Um sich den reichen Schatz der Gefühle bewusst zu machen ist es notwendig, die musikalischen Erfahrungen mit Worten zu beschreiben. Dabei entwickelt sich eine immer differenziertere Ausdrucksweise und somit eben auch ein differenzierteres Wahrnehmen der Gefühle.

 

4. Die Handlungsfähigkeit

Situationsgemäß handeln setzt Kreativität, Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit voraus sowie Ausdauer und Beharrlichkeit, um in unangenehmen und weniger lustvollen Situationen aktiv dran zu bleiben. D.h. in der Lage zu sein, sich den Anforderungen und Belastungen zu stellen, nach Lösungen und nächsten Schritten zu suchen.

Das beginnt schon in der Wahl des Instrumentes.

Was will ich wie und wann spielen? Ich reagiere und entscheide mich und er-finde spielerisch den nächsten Schritt.

Durch verschiedenste Spielideen kann ein überschaubarer, musikalischer Prozess entstehen, auch bei Einsatz reicher klanglicher Mittel und individueller Freiheit.

Dabei kann sich im Schutz der Gruppe ein angstfreies und impulsives Darauflosmusizieren entwickeln. Der Einzelne kann Unsicherheiten und Hemmungen spielerisch überwinden.

Alte Verhaltensmuster oder Rollen können erkannt und Veränderungen erprobt werden.

 

5. Neue Musik

Durch die neuen Klangerfahrungen in der Improvisation, wie z.B. das Musizieren mit Geräuschen, dissonanten Klängen, allen nur denkbaren stimmlichen Äusserungen und vieles mehr, entsteht der Boden für ein zunehmendes Verständnis zur neuen Musik.