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Vom 20. bis zum 22. Mai 2011 fand der Kongress „Zukunft gemeinsam gestalten“ mit dem Schwerpunkt Bildung und Wirtschaft in der Inselhalle in Lindau/Bodensee statt. Eingeladen hatte der Förderverein ZUGEGEN e.V. und der Mitveranstalter Freie Schule Lindau e.V. (FSL). Die Freie Schule Lindau als Mitveranstalter war aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung beteiligt und hatte mehrere Vortragende zum Thema Bildung als ganzheitliches Lernen geladen. Die FSL möchte an dieser Stelle über die stattgefundene Veranstaltung informieren.
Im Rahmen dieser Messe bot die FSL anlässlich ihres 5-jährigen Bestehens mehrere Aktionen und Vorträge zum Thema „Wissen schafft Zukunft“ an. Das Ziel der Vorträge war, die Zusammenarbeit und Vernetzung von Experten aus Bildung, Pädagogik, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft in der Bodenseeregion ausdrücklich aus Österreich, der Schweiz und Deutschland zu verbessern und zu stärken. Dadurch soll ein fundierter Erfahrungsaustausch im Bereich der Ausbildung und Schule erreicht werden. Dieser Austausch wiederum erlaubt z.B. den Schulen sich auf die zukünftigen Anforderungen der Berufswelt für ihre Schüler einzustellen und ihre Lern- und Lehrangebote kontinuierlich anzupassen.
Dr. Werner Bünnagel, referierte über „Selbstorganisiertes Lernen als Zukunftschance“. Er berichtete von der anhaltenden Dynamik des Arbeitmarktes und der notwendigen Anpassungsfähigkeit aller Beteiligten. Maßgeblich für ein Bestehen in diesem System ist die Kompetenzentwicklung und sogenanntes freies Lernen. Nach den Ansätzen der Reformpädagogik bedeutet dies, dass der Lernende selbst seine Lerninhalte wählt und sein Lerntempo bestimmt. Dies manifestiert eine hohe Motivation und sichert die dauerhafte Freude am Lernen. Dieser Ansatz lässt sich durchaus auf das betriebliche Lernen übertragen.
Dr. Andreas Zeuch berichtete in seinen Vorträgen über „den produktiven Wert des Nicht-Wissens“ und „Die Insel und der Ozean Eine Impulsvariante“ über die geringe Menge von Wissen in der großen Menge von Nicht-Wissen, vergleichbar mit Inseln im weiten Ozean. Die Kernaussage lautet, dass Nicht-Wissen eine riesige Ressource bildet, die durch offenes und innovatives Zugehen für zukünftige Anforderungen nutzbar gemacht werden kann. Hier gilt die Suche und Verwendung nach einem offenen vorurteilsfreien Zugang, ohne „Expertokratie“ und mit Wertschätzung neuer Ansätze.

Bernd Buck (Vorstand FSL) schlug die Brücke von der Innovationskultur zur Lernkultur und zurück. Seine Kernaussage lautet, dass Lernen ohne klassischen Lehrmeister vielmehr mit einem Lehrbegleiter eine Kultur des selbstbestimmten Lernens etabliert. Für die schulische Ausbildung bedeutet dies dann, dass Schüler genau die Kompetenzen trainieren, die für eine gute Innovationskultur im Unternehmen erforderlich sind.
Saskia Richter (Civil Society Center der Zeppelin University Friedrichshafen) berichtete von Forschungen zum Unternehmertum im sozialen Umfeld und Chancen und Grenzen der Integration sozialer Innovation an Schulen. Danach ist der Bildungssektor ein Bereich, in dem soziales Unternehmertum verstärkt angewandt werden soll um Schüler auf die zukünftige Arbeitswelt bestmöglich vorzubereiten. Dies wurde an Beispielen aus vier Organisationen dargestellt.
In der Diskussion der interessierten Zuschauer mit hoher Expertise im Bildungssektor (Schulleiter, Mitglieder von Elternverbänden, Vertreter der Wirtschaft und der Behörden) ist deutlich geworden, dass in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt ist, dass an reformpädagogischen Schulen jene Schlüsselqualifikationen ausgebildet werden, die allerorts von den Unternehmen gefordert werden. Im Nachgang zu den Vorträgen, Referaten und Speedpräsentationen entwickelten sich lebhafte Diskussionen und Nachfragen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass diese Art der Vernetzung und des Erfahrungsaustausches positiv für die Bildungsarbeit sei und in einem geeigneten Rahmen in der Region fortgeführt und im Detail vertieft werden soll.
Neben diesen fachlichen Aspekten faden die Teilnehmer Entspannung bei Kunst und Kultur. Schüler der FSL boten eine Tanzperformance, Musik, Gesang und Klangskulpturen verzauberten und unterhielten bestens.

Das Bildungskonzept der FSL fußt auf den Ansätzen der Reformpädagogik. Die Schüler der FSL werden im Hinblick auf die Fähigkeiten, selbstorganisiert lernen zu können, zielführend im Team Projekte zu bearbeiten und aktiv wie auch kreativ die Zukunft zu gestalten, zweifelsfrei auf dem Arbeitsmarkt von morgen die Nase vorn haben. Die FSL stellt weitere Informationen auf Nachfrage für Interessierte bereit.
Im September 2007 erteilte die Europäische Kommission die Genehmigung für das Interreg IV-Programm "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein". Das Programm zielt auf eine nachhaltige wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region und den Aus- und Aufbau von Netzwerken in den verschiedensten Bereichen ab. Damit erhält die Zusammenarbeit rund um den Bodensee einen neuen Schub. Ein wichtiger Schritt zum gemeinsamen Europa. Weitere Ziele sind die Erhaltung des attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraumes sowie eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit unter anderem im sozialen und kulturellen Bereich.
Der Veranstalter von Messe und Kongress „Zukunft gemeinsam gestalten“ ist der Förderverein Zugegen e.V. mit Sitz am Bayerischen Bodensee. Ziele des Vereins sind das Bilden von Netzwerken zu fördern und besonders der Jugend neue Wege aufzuzeigen“, sagt Initiator Dieter Koschek vom Förderverein ZUGEGEN e.V. Gemeinsam mit den Projektpartnern Freie Schule Lindau, Interessengemeinschaft für Lebensgestaltung e.V. Projekt GVN Wangen und Bodenseeakademie Dornbirn wird der Kongress und die Messe in Lindau organisiert.
Weitere Informationen unter:
www.zugegen.de
www.interreg.org
www.freieschulelindau.de
Pressekontakt:
Fr. Klimmer, sabine@klimmer.at
Fr. Fellner, conyfellner@yahoo.de
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